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Erbrecht kurios

Testament eines Analphabeten

3.07.2019

Ein Analphabet kann kein wirksames Testament errichten

 

OLG Dresden – Beschluss vom 12.01.2015 – 17 W 1341/14

Der Fall:

Der Erblasser in diesem Fall hatte gemeinsam mit seiner Ehefrau ein gemeinschaftliches Testament gemacht und war 2013 verstorben. In diesem Testament hatten sich die Ehegatten gegenseitig als Alleinerben eingesetzt. Eigentlich nichts weiter Ungewöhnliches, die meisten Ehepaare haben ein gemeinschaftliches Testament um einheitlich über ihr Vermögen zu verfügen. In diesem Fall lag die Besonderheit im Detail: Das Testament war von der Ehefrau alleine niedergeschrieben worden und lediglich von beiden Ehepartnern unterzeichnet worden. Die Ehefrau beantragte also einen Erbschein als Alleinerbin. Die Kinder des Verstorbenen wandten sich sodann an das Nachlassgericht mit dem Antrag, den Erbschein wieder einzuziehen, da ihr Vater weder lesen noch schreiben gelernt hätte.

Die Entscheidung:

Das Nachlassgericht wies den Antrag zunächst zurück, so dass sich anschließend das Oberlandesgericht mit dem Fall auseinandersetzen musste.

Und dieses entschied anders: Der Erbschein sei unrichtig erteilt worden. Ein gemeinschaftliches Testament kann nur dann wirksam sein, wenn der Testierende auch fähig ist, dasselbe zu lesen. Für das Oberlandesgericht stand fest, dass der Vortrag der Kinder, ihr Vater sei Analphabet, richtig sei. Die Ehefrau behauptete zwar der Verstorbene hätte Monate vor seinem Tod angefangen das Lesen und Schreiben zu erlernen. An diesem Vortrag hatten die zuständigen Richter allerdings so ihre Zweifel.

 

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