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Bewerbungsgespräch

Wenn der Bewerber schwindelt

29.01.2018

Rechtsfrage des Tages:

Endlich haben Sie einen neuen Mitarbeiter gefunden. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und eigentlich soll es losgehen. Was aber, wenn Sie feststellen, dass er beim Bewerbungsgespräch nicht ganz bei der Wahrheit geblieben ist? Welche Rechte haben Sie als Arbeitgeber?

Antwort:

Bewerbungsgespräche mit potentiellen neuen Mitarbeitern sollten Sie sorgfältig vorbereiten. Die Antworten auf entscheidende Fragen können die Weichen für eine künftige Zusammenarbeit stellen. Natürlich erwarten Sie, dass der Bewerber Ihre Antworten nach Ehre und Gewissen beantwortet. Leider ist das nicht immer der Fall.

Ob Sie Konsequenzen aus einer Lüge beim Einstellungsgespräch ziehen können, hängt von der Frage ab. Bestimmte Fragen bei Bewerbungsgesprächen sind nämlich unzulässig. Antwortet der Bewerber hierauf wahrheitswidrig, können Sie ihm dies später nicht vorwerfen.

Unzulässig sind beispielsweise Fragen nach einem Kinderwunsch oder der sexuellen Gesinnung. Auch Fragen zur politischen Einstellung, einer bestehenden Schwangerschaft oder Vorstrafen haben in einem Bewerbungsgespräch nichts zu suchen. Ausnahme: Die Antwort hat einen erheblichen Bezug zum Arbeitsverhältnis. Wollen Sie beispielsweise einen Kraftfahrer einstellen, dürfen Sie den Bewerber nach früheren Verkehrsstraftaten befragen.

Schummelt Ihr Bewerber bei einer unzulässigen Frage, müssen Sie künftig mit der Unwahrheit leben. Natürlich sind viele Fragen nicht nur sinnvoll, sondern auch zulässig. So dürfen Sie sich nach der beruflichen Qualifikation ebenso erkundigen, wie nach ausgeübten Nebentätigkeiten. Eine Liste mit Beispielen für unzulässige Fragen finden Sie hier.

Hat Ihr neuer Angestellter auf eine zulässige Frage die Unwahrheit gesagt, können Sie arbeitsrechtliche Konsequenzen ziehen. Vor Arbeitsantritt können Sie den Arbeitsvertrag anfechten oder fristlos kündigen. Der Arbeitnehmer schuldet Ihnen unter Umständen sogar Schadensersatz. Nach Arbeitsantritt haben Sie dieselben Möglichkeiten. Arbeitet Ihr Angestellter aber seit Jahren tadellos, kommt es auf die Relevanz der Lüge für seine derzeitige Tätigkeit an.

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